Freud und Leid 2011

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Wie war das Gartenjahr?
=> zu trockenes Frühjahr mit Läusen an ausgetrockneten Obstbäumen, zu feuchter Sommer mit Krautfäule und vielen Nacktschnecken und ein Herbst, der versuchte, alles wieder gut zu machen.

Was wuchs gut?
=> Kartoffeln, Kohlrabi, chinesischer Spargelsalat, Pak-Choi, Buschbohnen hinter Schneckenzaun.

Was wuchs nicht gut?
=> Freiland-Tomaten waren eine Katastrophe trotz geschützter Südlage an der Laube und alten, Krautfäule-resistenten Sorten. In nur 3 Wochen Sommerurlaub war alles hinüber im Dauerregen. Zwei Pflanzen konnte ich retten, da sie der Krautfäule nach oben davon wuchsen und im trockenen Spätsommer/Herbst noch mal Blüten ansetzten. Ich habe dann vor dem ersten Frost eine (!) rote, extrem aromatische Tomate Anfang November (!) geerntet. Nächstes Jahr versuche ich es mit weniger Pflanzen in größerem Abstand und mit einem Schutzdach.

Neue Entdeckungen?
=> Alte englische, mehlige Kartoffelsorten mit unglaublichem Geschmack und kurzer Kochzeit (15 min):
Yetholm Gypsy von 1899: schottische, frühe Kartoffel mit angenehmen buttrigem Eigengeschmack und rot-violetter Schale
Golden Wonder von 1906: englische, frühe Kartoffel mit leicht nussigem, sehr leckeren Geschmack
Arran Victory von 1912: schottische, sehr späte Kartoffel mit sehr milden, angenehmen Geschmack, v.a. pur mit Butter oder Öl mit Meersalz und Pfeffer
=> Alte deutsche Kartoffel aus Erhaltungszüchtung:
Reichskanzler von 1886: deutsche, späte, sehr melige Kartoffel mit mildem Geschmack, v.a. als Püree-Kartoffel. Sie neigte im Gegensatz zu den britischen Kartoffelsorten trotz gleichem Beet zu mehr Schädlingsfraß und Tochterknollen, weswegen sie sich schlechter schälen läßt. Die rote Schale setzt sich mitunter in Fortsätzen nach innen fort, was nicht sehr schön aussieht.
=> Japanischer Knollenziest: in den 1880er Jahren von einem Französischen Botaniker nach Frankreich importiert, war es das Mode-Gemüse in Frankreich und Österreich bis in die 1920er Jahre. Eine Beetreihe mit 6 Pflanzen reichte für zwei Mahlzeiten. Die Ernte erfolgte bei diesem sonnigen, warmen Herbst erst ab Mitte November. An sich erntet man sonst im Oktober. Die kleinen Knöllchen müssen nicht geschält, sondern nur gebürstet werden. Letzteres artete jedoch bei dem lehmigen Boden unseres KGVs zu einer aufwendigen Sache aus. Man versteht plötzlich, dass mit dem Verschwinden von Haushälterinnen in den bürgerlichen Haushalten auch diese an sich sehr leckeren Knöllchen verschwanden. In Paris tauchen die Knöllchen in der Weihnachtszeit wieder vermehrt auf. Wahrscheinlich jedoch auf sandigem Boden angebaut. Der Geschmack ist mild-nussig mit einer milden Kohlrabi-Note, die Konsistenz bei 10 min Kochzeit in der europäischen Zubereitung mit Schalotten und Rahm eher mehlig. In der kurz blanchierten, asiatischen Zubereitung im Wok soll sie eher knackig sein. So oder so: Der Knollenziest enthält für Diabetiker geeignete Zucker. An diese muss sich jedoch die Darmflora erst gewöhnen. Bis dahin sollte man nach dem Genuß wegen der Blähnungen gesellschaftlichen Umgang meiden. :o)

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